Mes cinco – el Camino a Uyuni

San Pedro de Atacama liegt in einer spektakulären Landschaft, in einer Sackgasse umzingelt von Vulkanen. Wer von hier nach Argentinien oder Bolivien möchte, muss sich also auf eine steile Bergfahrt über die Anden einstellen. Daher bieten viele Agenturen 3-tägige Touren im 4×4 Jeep nach Uyuni (Bolivien) an. Dort wollten wir auch hin. Mit dem Bulli. Offroad.

4x4 nach Uyuni

 

Die Lagunen-Route

Dass das Ganze kein Zuckerschlecken werden würde, wurde uns bereits im Hostel klar. Die Gemeinschaftsküche war Sammelpunkt verschiedener Traveler, die alle dasselbe Ziel hatten. Da war zum einen eine Gruppe Schweizer, die es mit ihrem T3 versucht hatte, aber aufgrund einer kaputten Lambdasonde nicht über den Pass gekommen war und umdrehen musste. Zum anderen war da Jörg, der mit seiner KTM ebenfalls von San Pedro nach Uyuni wollte und gerade dabei war, sein GPS mit Wegpunkten zu bestücken. Er nannte uns eine Internetseite von anderen Motorradfahrern, die die Route als sehr „sandig“ beschrieben und einige Wegpunkte zur Verfügung gestellt hatten. Außerdem beschrieben sie, in welchen Orten man übernachten kann und wo es Benzin zu kaufen gibt. Die nächste Tankstelle nach San Pedro sollte nach ca. 500 km folgen. Der 40-Liter-Tank des Bulli hat auf gerader, asphaltierter Strecke eine Reichweite von etwa 300 km. Mit dem 25-Liter-Benzinkanister konnten wir weitere 200 km herausholen. Wenn wir also noch weitere 15 Liter mitnehmen, sind wir also auf der sicheren Seite – dachten wir. Die erste Herausforderung bestand darin, einen weiteren Benzinkanister aufzutreiben. Die Tankstelle in San Pedro war der einzige Ort, an dem sowas käuflich erworben werden konnte. Dummerweise war der Vorrat gerade aufgebraucht und Nachschub war erst in einer Woche zu erwarten. Zu spät für uns. Also füllten wir zwei leere Wasserkanister auf. Mit rund 80 Liter Benzin und Proviant für 4 Tage ging es los in Richtung Bolivien.

Auf chilenischer Seite war die Straße zwar steil, aber immerhin noch gut asphaltiert. Langsam, aber sicher kletterte der Bulli im ersten Gang auf rund 4.500m Höhe. Kurz vor der Grenze verließen wir den Asphalt und es ging auf der Schotterpiste zum Grenzposten, wo die Jeeps bereits auf die Touristen warteten. Die Grenzformalitäten waren erstaunlich schnell geregelt und wir konnten unseren ersten Stop auf bolivianischer Seite ansteuern – die Laguna Verde. Hier wurde uns zum ersten Mal bewusst, dass die Nächte hier sehr kalt werden. Obwohl wir die Lagune einige Stunden nach Sonnenaufgang erreichten, war diese immer noch zugefroren. Zusammen mit den schneebedeckten Vulkanen am Horizont bot sich uns ein einmaliges Panorama. Von der Lagune Verde ging es weiter zur Laguna Blanca. Ein Weg dorthin war kaum noch zu erkennen und einige Flussdurchfahrten mussten absolviert werden. Unser Tagesziel war jedoch die Laguna Colorada – eine Lagune, deren Wasser aufgrund einer besonderen Algenart blutrot erscheint und somit Lebensraum für Tausende Flamingos bietet. Doch der Weg dorthin war knackig.

Die ersten Stunden fuhren wir auf einem Weg, der zwar ziemlich holprig war, aber immer deutlich als Weg zu erkennen. Wir passierten einige der Touren-Jeeps, die gerade Pause machten und ihren Augen nicht trauen konnten, als sie unser „Offroad-Gefährt“ erblickten. Ich weiß gar nicht, wie oft Fotos von uns und dem Bulli gemacht wurden. Plötzlich endete unsere Fahrt jedoch an dem Schlagbaum eines Industriegeländes. Das GPS zeigte eine Höhe von 5.024m an. Rekord für den Bulli! Der Mann am Eingang erklärte uns, dass wir vor 5 km hätten abbiegen müssen. „Zwischen den Bergen hindurch“. Damiano und ich waren uns einig, dass wir in der letzten Stunde keine Abzweigung gesehen hatten. Da es hier für uns aber nicht weiterging, mussten wir zurückfahren. Mit geschärftem Blick studierten wir den Weg auf der Suche nach möglichen Abzweigungen. Als wir dann einen Tour-Jeep querfeldein fahren sahen, war uns klar, dass der Weg, den wir bisher genutzt hatten, nur für die Fabrik bestimmt war, nicht aber für die Fahrt zur Lagune. Jetzt wurde uns auch klar, warum diese Strecke den 4×4 Jeeps vorbehalten war. Dennoch stürzten wir uns rein ins Vergnügen. Im Schritttempo bewegten wir uns vorwärts. Jetzt bloß keinen Platten bekommen oder schlimmer noch – Achsenbruch. Bei der Strecke eine nicht auszuschließende Gefahr. Blick auf die Tankanzeige: Die ersten 40 Liter waren nach nicht einmal 150 km verbraucht. Wir hatten uns maßlos verkalkuliert. Nach einer kurzen Pause und Abwägung unserer Möglichkeiten entschieden wir uns für die unvernünftige Alternative – Weiterfahrt anstatt zurück nach San Pedro.

Die letzten 30km bis zur Laguna Colorada waren eine harte Probe für Mensch und Material. Der Innenraum glich einem Sandkasten und wir wurden gut durchgeschüttelt. Im Schneckentempo näherten wir uns unserem Ziel. Die einzigen, die noch langsamer unterwegs waren als wir waren zwei Radfahrer aus Kanada. Wir konnten unseren Augen nicht trauen, als wir die beiden mitten im Nirgendwo überholten. Sie schauten aber genauso überrascht auf den Bulli und konnten nicht glauben, dass wir es bis dorthin geschafft hatten. Nach einem kurzen Chat verabschiedeten sie uns mit einem „those crazy Germans“. „Diese verrückten Kanadier“, dachten wir uns. Wenige Minuten später sahen wir zum ersten Mal die Laguna Colorada mit ihren Tausenden Flamingos. Wir steuerten direkt auf die Westseite der Lagune zu, da wir wussten, dass dort auch die Tour-Jeeps halten. Wir hofften, von ihnen etwas Benzin abkaufen zu können – und wir hatten Glück. Für ein paar Bolivians füllten sie unseren 25-Liter-Kanister wieder auf.

Völlig erledigt von dem Tag legten wir uns ins Bett des Bullis. Ich hatte nicht einmal mehr Lust, mir die Lagune anzuschauen. Ich war erledigt und merkte, wie es bereits arschkalt wurde. Wir wussten bereits, dass das wohl unsere kälteste Nacht werden würde. Also ging es mit all unseren Klamotten in den Schlafsack. Anfangs wärmte dieser auch noch ganz gut, in den Morgenstunden wurde es dann jedoch bitterkalt. Wir warteten bis zum Sonnenaufgang, bevor wir aus unseren Schlafsäcken krochen. Auch hier waren wir wieder ein kleines Highlight. Die Jeep-Fahrer und anderen Reisenden fragten uns, wie die Nacht im Bus war. Kalt! So lernte ich auch Jess aus Australien kennen, die uns bereits während der Nacht mit zusätzlichen Decken versorgen wollte. Wie nett von ihr! Sie wird im weiteren Verlauf meiner Reise noch eine wichtige Rolle spielen. Ein Jeep-Fahrer meinte, dass es -25°C gewesen wären. Gut möglich, denn sämtliche Flüssigkeiten im Bus waren tiefgefroren und Kamera- bzw. Telefonakkus waren entladen. An der Innenseite der Fenster und an der Decke hatten sich Eiskristalle gebildet. Mit einem kleinen Feuer versuchten wir Wasser, Milch und Bananen aufzutauen, um Frühstück zu machen. Mit aufgehender Sonne wurden auch die Temperaturen wieder erträglicher und wir konnten die Laguna Colorada samt ihrer Flamingos dann auch von ihrer schönen Seite genießen.

 

Der Uturuncu

An der Laguna Colorada trennte sich dann die Spreu vom Weizen. Während die Tour-Jeeps in Richtung Norden zur Salzwüste fuhren, wählten wir die angeblich etwas einfachere Ost-Route. Allerdings ging es nicht direkt zur nächsten Station. Damiano hatte noch eine „Überraschung“ für mich eingeplant. „Es sind nur 45min Umweg“, sagte er. Obwohl wir äußerst short an Benzin waren, ging es nach Quetena Chico, einem kleinen Bergdorf im Süden Boliviens, wo die Schweine noch unbekümmert durch die Straßen laufen können. Tankstelle oder Geldautomat – Fehlanzeige! Auch nach unserer Ankunft wusste ich immer noch nicht, was meine Überraschung sein sollte. Ich sollte es am darauffolgenden Tag erfahren. Mit unseren letzten Bolivianos bezahlten wir Unterkunft und Abendessen.

Am nächsten Morgen sollte es dann zu meiner Überraschung gehen. „Nur noch weitere 25km“, sagte Damiano. Wir verließen die Schotterstraße und der Bulli wurde zum Eisbrecher, als wir einen zugefrorenen Fluss durchfuhren. Wir waren immer noch auf über 4.000m Höhe. Die Straße wurde von Kilometer zu Kilometer schlechter. Obwohl Damiano sich vorher mit Hand- und Fuß-Kommunikation versichert hatte, dass der Weg mit dem Bulli machbar sei, hatte ich so meine Zweifel. Nach ca. 2h hatten wir etwa 10km zurückgelegt und holten den Klappspaten aus dem Bulli. Zu unwegsam war der vor uns liegende Part. Wir versuchten, die Straße einigermaßen zu ebnen und räumten die größeren Steine aus dem Weg. Auch hier war wieder die Angst eines Plattens oder Achsbruchs im Hinterkopf. Nachdem die Passage geschafft war, nahm die Steigung zu. Gleichzeitig wurde der Untergrund immer schlechter. Einige Minuten später mussten wir einsehen, dass hier für den Bulli Schluss war. Es ging keinen Meter mehr bergauf. Aufgrund fehlender Wendemöglichkeit dafür aber im Rückwärtsgang bergab. Ich tappte weiterhin im Dunklen, was die Überraschung angeht. Bis zum Ziel waren es immer noch über 10 km – zu viel, um den Rest zu Fuß zurückzulegen. Also ging es mit dem Bulli wieder zurück ins Bergdorf.

Doch wir gaben nicht auf. Dort angekommen versuchten wir, ein etwas geländefähigeres Auto zu organisieren. Der Nachbar unseres Herbergsvaters konnte mit einem 4.5l V8 Geländewagen auftrumpfen. Das sollte reichen. Wir kratzen unsere letzten Dollar zusammen um ihn zu bezahlen. Nächster Versuch also am Tag darauf. Dies bedeutete aber, dass wir eine weitere Nacht im Ort übernachten mussten. Wir wollten Loyalität beweisen und auch die zweite Nacht in derselben Unterkunft nächtigen. Diese sollte 60 Bolivianos kosten. Auch nachdem wir alle Ritzen im Bulli abgesucht hatten, kamen wir nur auf 57 Bolivianos. Es fehlten umgerechnet etwa 0,40 EUR. Doch der Gastgeber ließ nicht mit sich reden. Er bestand auf die fehlenden 3 Bolivianos. Unsere argentinischen Pesos und peruanischen Soles wollte er nicht. Er erkannte unsere Situation und zeigte sich letztendlich kompromissbereit. Er hätte auch unsere Pullover oder Jacken anstelle des Geldes akzeptiert. Kein guter Tausch für uns. Mit knirschenden Zähnen rückten wir unsere letzten Dollar raus. Jegliches Geld, was hier einen Wert hatte, hatten wir bereits für zusätzliches Benzin oder die letzte Übernachtung ausgegeben. Das Geld, was wir jetzt noch hatten, wollte keiner haben und wir wussten, dass wir mit dem restlichen Benzin nicht bis zur nächsten Tankstelle kommen würden. Aber darum wollten wir uns später kümmern – erst einmal die Überraschung.

Wieder einen Tag später dann also Versuch #2. Pünktlich 6:00 Uhr holte uns der Nachbar ab um die 25 km zurückzulegen. Er plante 2h ein. Nach ca. einer halben Stunde mussten wir die Weiterfahrt jedoch unterbrechen, weil wir nach einer weiteren Flussdurchfahrt einen Platten hatten. Ich war etwas stolz, dass der Bulli diese Stelle problemlos meistern konnte, aber mit wurde bewusst, wie leichtsinnig wir am Tag zuvor auf dieser Strecke unterwegs waren. Der Fahrer konnte das Problem an Ort und Stelle selbst lösen und es konnte weitergehen, bis wir dann auf einem Parkplatz auf etwa 5.500m stoppten. Ab jetzt ging es zu Fuß weiter. Vor mir sah ich einen aktiven Vulkan, der bestiegen werden wollte. Das war also die Überraschung – der Uturuncu. Vorbei an Geysir- und Schwefelfeldern ging es am Hang des Kraters hinauf bis zur Spitze – ohne Steigeisen, Eispickel oder sonstiges Mountaineering-Equipment. Oben angekommen checkte ich mein GPS und das Logbuch. Wir waren auf 6.008m Höhe angekommen. Der höchste Ort, an dem ich je war. Die Aussicht war fantastisch, aber der geringe Sauerstoffgehalt machte sich in meinem Kopf bemerkbar. Ich fühlte mich leicht betrunken, aber unglaublich gut. Das änderte sich aber während des Abstiegs. Zu schnell gingen wir zurück zum Parkplatz und von dort aus zurück ins Dorf. Kopfschmerzen setzten ein. Der Fahrstil des Fahrers gab sein übriges dazu. Der Fahrer setzte uns an unserer Unterkunft ab und ich war praktisch zu nichts mehr zu gebrauchen. Ich hatte die Kopfschmerzen meines Lebens – erstaunlicherweise aufgrund des zu schnellen Abstiegs.

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Nichtsdestotrotz setzen wir unsere Weiterfahrt in Richtung Uyuni fort. Aus dem 45 minütigen Umweg wurden letztendlich zwei Tage und die Nadel der Tankanzeige rückte dem „E“ wie „Empty“ immer näher. Glücklicherweise trafen wir auf einen Touristen, der auf dem Weg nach Argentinien war und uns mit ein paar frischen Bolivianos im Tausch gegen restliche Pesos versorgen konnte.

 

Die Salar de Uyuni

Mit den wenigen Bolivianos konnten wir uns im Kiosk eines anderen kleinen Dorfs ein paar Liter Benzin kaufen. Das sollte bis San Christóbal reichen, wo es laut Informationen einen Geldautomaten und eine Tankstelle geben sollte. Dort angekommen musste wir jedoch feststellen, dass die Bank am Samstag geschlossen hat. Somit nützte uns auch die Tankstelle im Ort nichts. Von Kartenzahlung hatte man hier noch nichts gehört – nur Bares ist Wahres! Also gingen wir wieder auf die Suche nach Tour-Jeeps. Am Marktplatz wurden wir fündig. Erneut schilderten wir unsere Situation. Zu unserem Nachteil hatten wir aber weiterhin kein Geld, was hier auf Gegenliebe stieß. Einer der Fahrer wollte jedoch letztendlich unsere peruanischen Soles akzeptieren – wenn auch zu einer unglaublich schlechten Rate. Aber was blieb uns übrig!? Damit sollten wir genügend Benzin haben, um nach Uyuni zu kommen – eine sichere Quelle für Bargeld und Benzin.

Uyuni erreichten wir dann ohne weitere Herausforderungen und unser erstes Ziel war der Train Graveyard. Dort stehen seit nunmehr 75 Jahren unzählige Lokomotiven und noch mehr Waggons und warten auf ihren Zerfall. Diese wurden einst genutzt, um die Mineralien der umliegenden Minen zum Pazifischen Ozean zu befördern. Ein bizarres Bild.

Wir blieben eine Nacht, um uns in Uyuni für die Salzwüste vorzubereiten, d.h. alle Benzinvorräte auffüllen und genügend Bargeld mitnehmen. Wir hatten aus den Vorfällen der letzten Tage gelernt. Bevor es jedoch endlich auf die große Salzebene gehen sollte, nächtigten wir in einem Salzhotel am Rande der Wüste. Kaminzimmer, beheizbare Zudecken, eine warme Dusche, Buffet zum Abendessen und Spa-Bereich – solch Luxus hatten wir schon lange nicht mehr gehabt.

Top erholt und voller Vorfreude starten wir am nächsten Morgen dann endlich auf die Salzfläche. Im Vorfeld wurden wir gewarnt, die Wüste mit dem eigenen Auto zu befahren. Zu groß sei die Gefahr, sich auf der weißen Fläche zu verlieren. Straßen oder Schilder gibt es nicht. Gefahren wird nach GPS bzw. Kompass. Die Salar de Uyuni (3.670m Höhe) hat eine Länge von ca. 160 km und eine Breite von ca. 135 km. Scheiß drauf! Auf diesen Moment hatte ich mich seit Monaten gefreut. Die Salar de Uyuni stand auf meiner Südamerika-Liste ganz weit oben. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit 80km/h Topspeed ging es quer über das Salz mit verschiedenen Stopps am Dakar-Denkmal, einem verlassenen Salzhotel und der Kakteen-Insel Incahuasi inmitten der Salzwüste. Es war schon irgendwie merkwürdig, stundenlang (!) wie auf einem zugefrorenen See einfach geradeaus zu fahren, ohne jegliche Hindernisse zu passieren. Es war ein Höllenspaß! Die Nacht verbrachten wir dann auch nahe einer anderen Kakteeninsel. Der atemberaubend schöne Sonnenauf- und -untergang entschädigte zweifellos für die eiskalte Nacht. Natürlich machten wir auch die obligatorischen Fotos:

Am nächsten Tag wollten wir in Richtung Vulkan aufbrechen, der am nördlichen Rand der Salzwüste liegt. Bereits auf dem Weg dorthin bildeten sich jedoch dicke Wolken, die etwas später zu Regen bzw. Schnee führten. Von dem Vulkan war nichts mehr zu sehen. Dennoch wollten wir uns die Mumien anschauen, die in einer Höhle am Fuße des Vulkans gefunden wurden. Ein schauriger Anblick. Im Anschluss fuhren wir noch einmal auf die Salzebene. Dieses Mal war der Schwierigkeitsgrad zu navigieren etwas höher. Auch hier hatte mittlerweile Schneefall eingesetzt, was dazu führte, dass die Sichtweite auf unter 20m fiel und die wenigen Orientierungspunkte am Horizont wie die Inseln oder Berge nicht mehr zu erkennen waren. Aber was sollte schon groß passieren, wir waren auf einem riesigen Spielplatz und Straßen gab es sowieso nicht. Also fuhren wir einfach irgendwie in Richtung Süden. Irgendwann würden wir schon irgendwo ankommen. Es fühlte sich an, als würde man durch Wolken schweben – ein einmaliges und unbeschreibliches Erlebnis!

Innerhalb weniger Minuten löste sich die Wolkendecke auf und die Salar de Uyuni erstrahlte wieder im Sonnenschein. Nun erkannten wir auch wieder die Isla Incahuasi und wir nahmen Kurs auf. Etwas östlich von ihr entdeckten wir eine riese Pfütze, die der Schneefall hinterlassen hatte. Diese Pfütze resultierte in einem riesigen Spiegel. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen und ich konnte meinen Augen kaum trauen. Es war absolut surreal.

Auf dem Rückweg in die Stadt hatte es uns dann noch einmal erwischt. Aufgrund des Schneefalls war die Ausfahrt aus der Salar de Uyuni aufgeweicht. Wir nahmen denselben Weg wie am Tag zuvor, doch dieses Mal sank der Bulli immer tiefer in den schlammigen Boden ein, sodass wir letztendlich steckenblieben. Nichts ging mehr – weder vor noch zurück. Zunächst versuchten wir es aus eigener Kraft mit unserem Klappspaten. Erfolglos. Dann suchten wir Hilfe im angrenzenden Hotel. Dort war gerade die Müllabfuhr zu Gange und die Fahrer boten ihre Hilfe an. Die beiden Brüder kamen samt Frau und Kindern zum Bulli und mit vereinter Kraft und verschiedenen Ansätzen versuchten wir etwa zwei Stunden lang, den Bus aus seiner misslichen Lage zu befreien. Letztendlich mussten wir jedoch einsehen, dass nur noch schweres Gerät helfen kann. Also fuhren wir im Müllauto zur nächsten Stadt und versuchten, einen Traktor zu organisieren. Das war auch gar nicht so schwierig, hatte jedoch seinen Preis. Mit 500 Bolivianos waren wir dabei – umgerechnet rund 65 EUR. Im Traktor ging es zurück zum Auto. Seil dran und los ging es. Ohne Probleme wurden wir aus dem Schlamm gezogen.

Was für unglaubliche 8 Tage…

4 Comments on “Mes cinco – el Camino a Uyuni”

  1. Hi Alex,

    boa unglaubliche Bilder. Ich schaue regelmäßig hier rein und mich packt doch glatt das Fernweh. Es scheint mir, dass es dir sehr sehr gut geht. Ich freue mich sehr für dich! Du hast alles richtig gemacht. Genieße weiterhin die Zeit!

    Liebste Grüße aus Berlin

  2. Also die „Bialetti surprise“ würde ich ja gerne zu meinem neuen Kücheninventar zählen wollen 🙂 Kannste die aus Bolivien bitte mitbringen? Und so ne Küchen-Cholita, die mir damit „Surprise-Kaffee“ kocht! Hahaha.