

Nach gut einem Monat verlassen wir nun Buenos Aires in Richtung Süden um die Schönheit Patagoniens zu erkunden. Die Zeit in Buenos Aires war hauptsächlich geprägt von der Spanischschule, Hitze, Fleisch, frisch gepressten Orangensaft, viel Laufen und zeitigem Aufstehen. Nach drei Wochen Intensivkurs sollte ich diesen Blogeintrag eigentlich auf Spanisch verfassen – mache ich aber nicht weil es ja sonst niemand lesen kann. Unser Tagesablauf in der Stadt war jeden Tag ziemlich ähnlich. Früh klingelt der Wecker, danach sind wir ca. 30min in die Schule gelaufen und haben dort 4h unter teils härtesten Bedingungen (ironischerweise fällt in BsAs bei großer Hitze der Strom aus, sodass auch keine Klimaanlagen mehr funktionieren) Spanisch gelernt. Anschließend gab es meist irgendetwas zu organisieren (Flüge, Fähren, Busse, Geld tauschen, etc.) was alles andere als mit deutscher Effizienz vonstatten geht. In Argentinien dauert einfach alles ewig. Dementsprechend schnell war der Nachmittag dann auch schon wieder um wenn man auf dem Weg nach Hause auch noch einmal im Supermarkt vorbeischaute. Dennoch haben wir es geschafft uns einige Stadtteile der Stadt näher anzuschauen.

Best Spanish Class – v.l.n.r.: Ralph (UK), Daniel (DE), Sira (CH), Paula (AR – La Profesora), Cornelia (CH), Machteld (NL), Alex (DE)
Hier haben wir – mit kurzer Unterbrechung – insgesamt 3 Wochen gewohnt, was sich für mich wie eine Ewigkeit angefühlt hat. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal länger als 2 Wochen am Stück im gleichen Bett geschlafen habe. Es hat sich tatsächlich am Ende sehr heimisch angefühlt, nicht zuletzt Dank Amber, die jeden Nachmittag bereits sehnsüchtig auf uns gewartet hatte. Wir hatten hier eine sehr schöne Zeit, vor allem Dank der fantastischen Gastgeber Max, Clara und Alfredo und der durchweg netten wenn auch sehr sprunghaften Mitbewohner. Schade, dass wir Hernán (der eigentliche Besitzer der Wohnung) nicht persönlich kennenlernen konnten.
La Boca ist der wahrscheinlich bekannteste Stadtteil von Buenos Aires. Tagtäglich zieht es hier unzählige Touristen hin die sich die belebten Straßen mit ihren bunten Häusern anschauen. Wir waren selbst 2x in La Boca – einmal als Teil einer geführten Fahrradtour durch den Süden von Buenos Aires zusammen mit René der es sich nicht nehmen ließ eine Partie Fußball gegen die Kids zu spielen (siehe Foto) und einmal als Ausflug mit unserer Sprachschule.
Kein Besucher der Stadt kommt am Plaza de Mayo vorbei. Als ehem. Gründungsort ist er auch heute noch DER zentrale Platz der Stadt an dem alle Fäden zusammenlaufen. Unsere Schule lag in einer Nebenstraße nur wenige Gehminuten von hier entfernt. Der Plaza de Mayo war ebenfalls eine Station unserer Fahrradtour wo wir sowohl nützliche Informationen als auch unnützes Wissen über die Geschichte der Stadt erfahren haben. Bis heute umrunden die sog. „Madres de Plaza de Mayo“ jeden Donnerstag, erstmals am 30. April 1977, für eine halbe Stunde schweigend den Platz, weil Proteste im Stehen seinerzeit verboten waren. Auf der anderen Seite des Platzes befindet sich die Kathedrale in der Papst Franziskus bis zu seiner Ernennung als Papst tätig war.
San Telmo ist wahrscheinlich das Viertel indem wir, abgesehen von unserer Wohnung, die meiste Zeit verbracht haben. Für mich steht San Telmo für gute Restaurants, gemütliche Cafés, Tangoshows und eine Vielzahl von Straßenzügen mit Bauten im Kolonialstil. Ein Ort der zum Verweilen einlädt. Jeden Sonntag findet hier die wohl größte und bekannteste Feria (dt. Trödelmarkt) der Stadt statt. Auf dem Weg dorthin sind wir auch auf unseren lügenden Holländer gestoßen den ich leider bis zu meiner Abreise nicht mehr getroffen habe. Vielleicht beim nächsten Mal!
Recoleta und Puerto Madero gehören zu den Stadtteilen wo wir nur sehr wenig Zeit verbringen konnten. Recoleta ist hauptsächlich durch seinen großen Friedhof bekannt wo alles begraben liegt was Rang und Namen hat, wie z.B. verstorbene Profisportler, Präsidenten oder Argentiniens Volksheldin Evita. Man sagt, dass es schwieriger ist einen Platz auf dem Friedhof zu bekommen, als eine Wohnung in der angesagtesten Gegend der Stadt. Weiterhin ist Recoleta eines der elegantesten und teuersten Wohn- und Geschäftsviertel der Hauptstadt.
Puerto Madero ist das jüngste Viertel der Hauptstadt. Ursprünglich wurde das Viertel als neuer Hafen für Buenos Aires entworfen, da aufgrund von zu geringer Wassertiefe keine großen Schiffe im damaligen Hafen halten konnten. Der Bau begann Ende des 19. Jahrhunderts wurde nach etwa zehn Jahren fertiggestellt. Damals stellten die Anlagen ein ingenieurtechnisches Meisterwerk dar. Bereits 10 Jahre später war der Hafen jedoch bereits veraltet, da mittlerweile noch größere Schiffe gebaut wurden und auch hier wieder keinen ausreichenden Platz fanden. In den 1990er Jahren wurden die alten Warenhäuser in Lofts, Büros, private Hochschulen, Hotels und Restaurants umgewandelt. Heute gehört Puerto Madero ebenfalls zu den teuersten Gegenden der Stadt in der sich nur Personen wie Lionel Messi eine Wohnung in den neu entstandenen Wolkenkratzern mit Privat-Pools leisten können. Wir haben das Viertel zusammen mit Machteld besucht und die Tour genutzt um mit Amber mal intensiv Gassi zu gehen. Das hat selbst Amber überrascht.
Endlich wieder ein Reisebericht, sodass wir einen kleinen Anteil an deinen Erlebnissen haben. Du machst das wirklich gut (das Erbe!!!) und das Lesen bzw. Anschauen der Fotos wird zur unterhaltsamen Abwechslung. Wir sind voller Erwartung!Liebe Grüße!
Heyho,
coole Bilder und coole Texte!! Bekomm auch grad Bock auf Sonne 😀